Ernährung im Alter – Geschmacksempfinden lässt nach

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Wer im Alter körperlich und geistig fit bleiben möchte, sollte auch in der der zweiten Lebenshälfte ganz besonderen Wert auf Essen und Trinken legen. Denn viele altersbedingte Beschwerden lassen sich – außer durch ein gesundes Maß an Bewegung – durch eine ausgewogene Ernährung vermeiden oder zumindest lindern.

Dass altersbedingte Veränderungen des Körpers sich auch auf den Stoffwechsel und damit auf den Ernährungsbedarf auswirken, bestätigt Uta Eickmeier, Ökotrophologin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und Mitarbeiterin des Projektes „fit im Alter“. Sie sagt: „Oft werden im Alter die Knochen poröser, die Verdauungstätigkeit lässt nach und während der Energiebedarf sinkt, steigt der Körperfettanteil.“ Gerade jüngere Senioren neigen darum häufig dazu, aufgrund der körperlichen Veränderungen an Gewicht zu zunehmen, wenn sie ihre Ernährungsgewohnheiten nicht oder nur zum Teil umstellen.

Mit steigendem Alter kehre sich dieser Trend dann um: „Das Geschmacksempfinden lässt nach, der Appetit verringert sich ebenso wie der Durst, und manche Medikamente können den Hunger zusätzlich dämpfen. Das führt dazu, dass viele Senioren ab dem 75. Lebensjahr tendenziell unterernährt sind“, sagt Eickmeier.

Auch die dritten Zähne könnten Probleme bereiten, denn ungenügend Gekautes kann der Körper nur schwer verdauen. In diesem Fall ist Kreativität in der Küche gefragt: Gut sind zum Beispiel Müsli aus feinen Getreideflocken, geraspeltes Obst mit Joghurt oder Quark, püriertes Gemüse, Suppen, gedünsteter Fisch, Hackfleischgerichte oder geraspelte Rohkost mit etwas Zitrone, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.

Ernährungsexpertin Eickmeier warnt davor zu versuchen, Defizite in der Ernährung durch das Schlucken so genannter Nahrungsergänzungsmittel – z. B. Vitamin- und Mineralstoffpillen – auszugleichen. Erstens könnten diese Wechselwirkungen mit lebenswichtigen Medikamenten hervorrufen. Zweitens zeigten Studien, dass die dauerhafte Einnahme isolierter Vitamine, Mineralstoffe oder Spurenelemente auch Risiken für die Gesundheit mit sich bringen würden. Und drittens habe eine ausgewogene Ernährung, z.B. fünfmal täglich etwas Obst oder Gemüse, ohnehin einen weitaus positiveren Effekt auf die Gesundheit und sei zudem auch finanziell günstiger.

Grundsätzlich sollten Senioren an Fettigem sparen und darauf achten, den Körper mit ausreichend Vitaminen, Kohlehydraten und Eiweißen zu versorgen und pro Tag mindestens anderthalb Liter Flüssigkeit zu trinken. Darüber hinaus könne eine gezielte Ernährung auch bei bestimmten Beschwerden positive Effekte erzielen: Bei Osteoporose etwa werden z.B. Milchprodukte empfohlen, während sich bei Verstopfung die Kombination aus Ballaststoffen (Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Kartoffeln) und reichlich Trinken bewährt hat. Uta Eickmeier rät Senioren daher, beim Haus- oder Facharzt auch nach Ernährungstipps zu fragen, die die individuelle Situation berücksichtigen.

[Quelle: BKK-Bundesverband]