Rauchen: Die Diabetes doppelt riskant
Für Diabetiker ist Rauchen besonders ungesund. Eine aktuelle Studie im Auftrag der Deutschen Diabetes-Gesellschaft zeigt, dass der Tabakkonsum bei zuckerkranken Menschen die kleinsten Blutgefäße schädigt. So werden jene Durchblutungsstörungen in Auge (Retinopathie) und Niere (Nephropathie) verstärkt, die zu Erblindung und Nierenversagen führen können.
Die Diabetologin Dr. Petra Busch aus Heilbronn, und weitere Wissenschaftler, haben für die Studie die Daten von fast 12.000 Menschen mit Typ 1 Diabetes mellitus ausgewertet. Die Untersuchung zeigte, dass Diabetiker 2,4-mal häufiger an Durchblutungsstörungen im Auge leiden, wenn sie rauchen. Eine vermehrte Eiweißausscheidung im Urin - ein wichtiger Hinweis auf schwere Nierenschäden - wurde unter den Rauchern mit Diabetes sogar 5,9-mal häufiger festgestellt.
Teilweise könnte dies an der Blutzuckereinstellung bei den Rauchern liegen. Ihr HbA1c-Wert im Blut, das so genannte Blutzuckergedächtnis, war deutlich höher als bei nichtrauchenden Diabetikern, berichten die Experten. Außerdem hatten die Raucher häufiger erhöhte Cholesterinwerte.
Bereits vorher bekannt war, dass Rauchen der Diabetiker-Lunge zusätzlich schadet, und dass sich das Risiko zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall durch Rauchen um ein Vielfaches potenziert. Experten weltweit appellieren deshalb an alle Diabetiker, das Rauchen aufzugeben.
Dies empfiehlt sich übrigens auch zur Vorbeugung, denn Rauchen kann auch die Entstehung von Diabetes verursachen: Wie eine amerikanische Studie ergab, erhöht sich dieses Risiko mit zunehmender Zigarettenzahl: Weniger als 20 Zigaretten pro Tag erhöhten das Risiko um das 1,22-fache, bei mehr als 20 Zigaretten um das 1,57-fache. Und das betrifft nicht nur die Raucher selbst. Eltern, die in Anwesenheit ihrer Kinder rauchten, erhöhten auch deren Risiko für Diabetes, Bluthochdruck und metabolisches Syndrom, jeweils um das 1,5- bis 2fache.
[Quelle: BKK-Bundesverband]
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