Krankenkassen und der Weg zum rauchfreien Leben
Der Wunsch mit dem Rauchen auszuhören ist das eine, den möglichst kurzen Weg zur letzten Zigarette zu finden das andere – vor allem, wenn man es alleine nicht schafft und auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung haben dabei eine gute Ausgangslage, denn alle Krankenkassen bezuschussen bestimmte Entwöhnungskurse und zudem bieten viele Unternehmen Nichtraucherprogramme auf betrieblicher Ebene an.

Der Weg zu Nichtraucher, darin sind sich Experten einig, hat keine einheitliche „Streckenführung“: Manche Menschen hören von einer Minute auf die andere ohne jede Unterstützung auf, andere setzen auf einen sanften Übergang mithilfe von Nikotinersatzstoffen wie Pflastern oder Kaugummis, wieder andere bauen auf Akupunktur oder Hypnose, und nicht zuletzt hoffen manche auf neue Medikamente. In Einzelfällen können all diese Ansätze helfen, doch Voraussetzung für den Erfolg sind letztlich der ehrliche Willen und bewusste Verhaltensänderungen. Genau da setzt das Angebot der Krankenkassen an.
Natürlich halten alle gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten Informationsmaterial und Hilfsangebote zur Tabakentwöhnung bereit. Dazu kommt eine finanzielle Förderung beim Versuch, von der Sucht los zu kommen: Die Teilnehmer an Nichtraucherkursen bekommen in der Regel 80 Prozent der Kurskosten, maximal jedoch 75 Euro erstattet.
Die angebotenen Raucherentwöhnungskurse basieren dabei durchweg auf verhaltenstherapeutischen Methoden, von denen sich die Krankenkassen die größten Erfolge versprechen. Eine begleitende Nikotinersatztherapie wird von einigen Kassen durchaus empfohlen, gezahlt werden müssen die dafür gebrauchten Produkte allerdings aus eigener Tasche.
Die Kurse werden meistens in kleinen Gruppen durchgeführt und von erfahrenden, qualifizierten und zertifizierten Therapeuten geleitet. In den Kursen geht es im Wesentlichen um das Vermitteln von Selbstkontrolltechniken und das Entwickeln von Strategien zur Bewältigung von Rückfallsituationen. Dabei richten sich die Kurse z. B. nach den Raucher-Entwöhnungskonzeptionen des Instituts für Therapieforschung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA). Darauf basiert der vielerorts angebotene Kurs „Rauchfrei in 10 Schritten“.
Von Krankenkassen angeboten werden auch ähnlich ausgerichtete Kurse wie z. B. „Mit leichten Schritten zur letzten Zigarette – Nichtrauchen in 10 Wochen" vom Institut für Therapieforschung, München oder das „Freiburger Raucher-Entwöhnungsprogramm". Viele Betriebskrankenkassen bieten zudem die ebenfalls zertifizierten Kurse „Das Rauchfrei-Programm“ (sieben Veranstaltungen plus Telefoncoaching) oder „Raucherentwöhnung in 6 Schritten“ an, bei dem schon nach der zweiten Sitzung mit dem Rauchen aufgehört wird.
Mit Unterstützung und Wegbegleiter zum Nichtrauchen können auch Arbeitnehmer rechnen, deren Arbeitgeber sich der Gesundheitsförderung seiner Belegschaft verschrieben hat. Denn Nichtraucherkurse gehören zum festen Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung der Krankenkassen. Dabei helfen sie den Betrieben bei der Auswahl der Kursleiter und bei der Erstellung von Informationsmaterial, vor allem aber beteiligen sie sich auch hier an den Kurskosten der bei ihnen versicherten Mitarbeiter.
