Prävention: Gesunder Urlaub wird bezuschusst

Ob „Yoga-Kurse auf Mallorca“ oder „Fitness-Wochenende in Essen-Werden“ – die meisten gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen mittlerweile auch Kurse für gesunde Ernährung, mehr Bewegung oder gezielte Entspannung, die im Urlaub absolviert werden.
So will man besonders jene Menschen ansprechen, die man im Alltag nur schwer für Gesundheitsangebote begeistern kann.

Offenbar mit wachsendem Erfolg: Bei den gesetzlich Krankenversicherten stöß die Kombination „Urlaub plus Prävention“ auf immer größere Nachfrage. Dabei sind die Angebote der Krankenkassen sehr unterschiedlich: Während einige Kassen vornehmlich Wochenendkurse am Wohnort umwerben, bieten andere ganze Kataloge zu „Aktivwochen“, die man ähnlich wie normale Urlaubsreisen buchen kann. Dabei haben die Kassen vor allem die Familien im Blick. Hier wollen die gesetzlichen Krankenkassen einen Schwerpunkt setzten und ihre Angebote gezielt ausbauen.

Doch obwohl sich die Werbe-Methoden der Krankenkassen unterscheiden, ist das Förderkonzept prinzipiell überall gleich: Wer einen Kurs zur gesundheitlichen Vorbeugung besucht und bezahlt, kann dafür von seiner Krankenkasse einen Zuschuss von bis zu 80 Prozent erhalten. Bei Kindern übernehmen die Krankenkassen mitunter sogar die Kosten des gesamten Kursbeitrags. So hat es der Gesetzgeber vorgesehen. Wo der Kurs stattfindet, spielt dabei zur Freude vieler mittlerweile kaum noch eine Rolle.

Doch nicht dass Missverständnisse aufkommen: Reise, Unterkunft und Verpflegung müssen die Versicherten der Krankenkassen immer noch aus eigener Tasche bezahlen - diese Kosten dürfen die gesetzlichen Krankenkassen nicht übernehmen. Nur die eigentlichen Kursgebühren können bezuschusst werden, doch das hat der Gesetzgeber an Bedingungen geknüpft:

  • Die jeweiligen Kursleiter müssen in ihrer Qualifikation und mit ihrem Angebot auch in Deutschland anerkannt sein
  • Eine regelmäßige Teilnahme des Versicherten am Kurs muss schriftlich dokumentiert werden

Diese Vorgaben sollen gewährleisten, dass Krankenkassen tatsächlich auch Gesundheitskurse finanziell unterstützen - nicht den Tag am Pool, den Nachmittag im Kosmetiksalon oder den Abend an der Strandbar. Sprich: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte möglichst vor Antritt des Urlaubs mit der Krankenkasse klären, welche Fördermöglichkeiten zu welchen Bedingungen bestehen.

Eins haben Präventionskurse laut Experteneinschätzung jedoch gemeinsam: sie erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn die Teilnehmer mit Hilfe des Kurses ein Bewusstsein dafür entwickeln, künftig auch im Alltag etwas für ihre Gesundheit zu tun.

[Quelle: BKK-Bundesverband]